Plus-Shaped People verbinden strategische und operative Agilität
Von Stefan, 06.03.2020
Deutsche Übersetzung des englischen Originals
Einführung in das Thema
Immer mehr Unternehmen wollen agiler werden, um mit einer Welt Schritt zu halten, die sich immer schneller verändert. Plus-Shaped People sind dabei entscheidend: Sie bringen die Bereitschaft mit, sich persönlich weiterzuentwickeln, und haben Verständnis für die Entwicklungsbedürfnisse anderer. Gemeinsam bilden diese Menschen die Grundlage für die Transformation und das Wachstum des Unternehmens.
Insbesondere die Möglichkeiten der Digitalisierung (EN) verlangen von Unternehmen, sich schneller an Kundenbedürfnisse und den Wettbewerb anzupassen, um sich gegen digitale Disruption (EN) zu wappnen. Ein agiles Unternehmen muss strategische und operative Agilität beherrschen und miteinander verbinden. Genauer gesagt sind es seine Mitarbeitenden (Digitalisierung dreht sich um Menschen, EN), die beides zusammenbringen müssen. Genau hier kommt die Plus-Form ins Spiel.
Das Konzept der Plus-Shaped People erweitert die Idee der T-Shaped People. T-Shaped People (EN) sind schon lange ein Thema, haben aber durch die zunehmende Verbreitung agiler Softwareentwicklung an Bekanntheit gewonnen. Sie verbinden die fachliche Tiefe der I-förmigen Spezialisten mit der Breite der Generalisten zu einem T. Das macht sie flexibler und besser geeignet für funktionsübergreifende Teams. Sobald Agilität jedoch über einzelne Teams hinaus die gesamte Organisation erfasst, reicht die T-Form nicht mehr aus.
Die fünf Elemente von Plus-Shaped Skills
Deshalb stellen wir das Konzept der Plus-Shaped People vor, das fünf Elemente vereint. Expertenwissen in einem bestimmten Bereich ermöglicht es ihnen, ihre Stärken als Spezialisten ins Team einzubringen. Interdisziplinär zu arbeiten bedeutet, Aufgaben anderer Fachrichtungen zu verstehen und dabei mitzuhelfen. Breite Erfahrung entsteht durch die Arbeit in unterschiedlichen Positionen und wechselnden Umfeldern. Strategisches Denken hilft ihnen, das Ziel und den Sinn ihres Handelns zu verstehen und so zum bestmöglichen Ergebnis beizutragen. Doch auch das reicht noch nicht: Das Herz gibt den Impuls, die anderen Fähigkeiten zu entwickeln, und ist deshalb eine Voraussetzung. Zu diesen Herzenskompetenzen gehören die Bereitschaft zur persönlichen Weiterentwicklung und Empathie. Sie verleihen dir die Anpassungsfähigkeit (mehr dazu, EN), die in einem von Zusammenarbeit, Wettbewerb und schnellem Wandel geprägten Umfeld unverzichtbar ist.
Ein Beispiel: Peters Herausforderungen bei der digitalen Transformation
Schauen wir uns ein praktisches Beispiel an: Peter, CEO eines mittelgrossen Unternehmens mitten in einer digitalen Transformation, kontaktierte uns, weil seine funktionsübergreifenden Teams zu wenige Entscheidungen trafen. Er hatte sichergestellt, dass die Teams über die richtigen Kompetenzen verfügten, die Ziele klar definiert waren und Angst als Ursache ausgeschlossen werden konnte. Nun wollte er verstehen, was fehlte. Nach einer Systemanalyse kamen wir zum Schluss, dass dem CEO und den Teammitgliedern ein gemeinsames Verständnis ihrer strategischen Ziele fehlte. In einem moderierten, iterativen Prozess übten sie, bessere Fragen zu stellen und bessere Antworten zu geben. Gegenseitiges Feedback half ihnen dabei, ihr strategisches Denken zu verbessern. Nach drei Monaten stellte Peter fest, dass seine Teams zunehmend selbständig Entscheidungen trafen.
Agile Strategie und Umsetzung aufeinander abstimmen
Plus-Shaped People eignen sich also besser für agile Arbeitsumgebungen als reine Spezialisten, Generalisten oder auch T-Shaped People. Plus-Shaped People schliessen die Lücke zwischen Führung und Umsetzung: Sie befähigen Teams, eigenständig zu handeln und dabei Strategie und Ausführung aufeinander abzustimmen. Noch sind nicht alle Plus-Shaped People. Wer aber die Herzenskompetenzen mitbringt, kann den ersten Schritt relativ einfach machen: das eigene Handeln und das der anderen gemeinsam reflektieren.